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Bienenflug vor der Bienenbeute

Bienen – damit der Natur was blüht

Honigbienen sind wichtig: Nicht nur für den Verbraucher, der sich über den gesunden und leckeren Honig freut. Bienen fungieren insbesondere als Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen. Gute Ernten sind oft nur dort möglich, wo die Bienen unterwegs sind. Ca. 85 % der deutschen landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau sind auf die Bestäubung von Honigbienen angewiesen.

Bienenbeuten im Schnee

Was machen Eure Bienen im Winter? Schlafen die?

Schonmal vorweg: Honigbienen halten keinen Winterschlaf. Bei den meisten anderen Insektenarten überwintern nur wenige Exemplare. Sobald es denen zu kühl zum Herumkrabbeln oder -fliegen wird, suchen sie sich einen Unterschlupf und verkriechen sich z. B. in der Erde oder totem Holz. Wird es zu kalt, fallen sie in Kältestarre. Wer den Winter mit seinen Frösten übersteht, „taut“ im Frühjahr einfach wieder auf.

Bei den Honigbienen ist das komplett anders! Honigbienen leben in ihrem Bau den Winter über weiter, wenn auch in geringerer Zahl und im Energiesparmodus. Das im Herbst sich verkleinernde Volk kuschelt sich bei Kälte zur „Wintertraube“ zusammen und wärmt sich und seine Königin. Wird es zu kalt, zittern sich die Mädels warm; die im Außenbereich der Traube werden abgelöst und krabbeln nach Innen zum Aufwärmen. 

Was alles so im Winter passiert, könnt Ihr hier gut nachlesen:
www.bee-careful.com/de/initiative/was-machen-bienen-im-winter/

Bienenflug vor der Bienenbeute

Wieviele Bienen leben in einem Volk?

Wenn es um die reine Anzahl an „Haustieren“ geht, sind Imker nur schwer zu schlagen. Hat ein Volk im Winter nur noch 5.000 oder ein paar mehr Bienen, so nimmt die Volksstärke im Frühjahr rasant zu. Eine Bienenkönigin kann durchaus stattliche 1500 Eier am Tag legen, da wächst ein Volk rasch an um die Frühblüher zu bestäuben – denn das ist ja die Hauptarbeit der Bienen.

Im Juli wird der Gipfel der Volksentwicklung erreicht, und da kann so ein Bienenstaat schonmal auf 40.000 oder mehr Bewohnerinnen anwachsen. Aber nicht alle von denen sind unterwegs um Nektar oder Blütenpollen einzusammeln, das machen nur ältere Bienen, die Sammlerinnen.

Honigwabe

Woher weiß der Imker, wann der Honig fertig ist?

Bienen sammeln Nektar und machmal Honigtau. Und daraus machen sie den für uns so leckeren Honig. Der eingesammelte Nektar hat jedoch einen zu hohen Wassergehalt, um für die Bienen dauerhaft lagerfähig zu sein. Daher sorgen sie dafür, dass der Wassergehalt ab- und dadurch der Zuckergehalt zunimmt. Wenn die Bienen der Ansicht sind, der Honig sei nun lagerfähig, dann verschließen sie die jeweilige Zelle mit einem Deckelchen aus Wachs – Konserve fertig :-)

Auf diesem Bild ist eine schöne Honigwabe mit verdeckelten Zellen zu sehen. Als Imker müssen wir allerdings genau kontrollieren, ob der Wassergehalt tatsächlich niedrig genug ist, um der Honigverordnung zu entsprechen, max. 20 % dürfen es sein. Das überprüfen wir mit einem speziellen Messgerät (Refraktometer), und tatsächlich war der Wassergehalt sogar noch viel niedriger.

Honigzellen

Die Zellen, aus denen Bienen ihre Waben bauen, sind exakt sechseckig und haben größtes Lagervolumen bei kleinstem Materialeinsatz. Hier in der Vergrößerung ist zu sehen, wie präzise sie das machen. Hinter jedem dieser Wachsdeckelchen verbirgt sich ein kleines Honigdepot. Wie der Honig dann von der Wabe ins Glas kommt erzählen wir ein andermal ...

Was machen Bienen, wenn es ihnen zu warm wird?

Manche Sommer sind für Honigbienen ziemlich anstrengend. Wenn es so richtig heiß wird und wir uns in den Schatten oder an den Badeteich verdrücken können, müssen Bienen versuchen, die Wärme aus dem Stock zu bekommen. Eine Möglichkeit des Klima-Managements besteht darin, sich in Reihen aufzustellen und auf der Stelle sitzend heftigst mit den Flügeln zu fächeln. So erzeugen sie einen kühlenden Luftstrom. Von Flugbienen gesammeltes und im Stock verteiltes Wasser verstärkt diesen Effekt.

Wer bei diesem Video genau hinsieht kann auch die Blütenpollensammlerinnen erkennen, die mit orangenen Pollenhöschen zum Stock zurückkehren.

Was machen Bienen vor dem Regen?

Ganz schnell nach Hause fliegen!

Bienen tragen keine Regenschirme, doch scheinen sie einen besonderen Sinn dafür zu haben, dass Regen im Anmarsch ist. Denn wärend wir noch rätselnd in den Himmel blicken und uns denken, dass vielleicht bald ein Schauer kommen könnte, sind Bienen schon längst auf dem Rückflug. Immerhin müssen sie eventuell noch einige Kilometer Rückreise absolvieren, bevor sie wieder im schützenden Stock sind. Wenn Insekten nass werden, dann drohen sie auszukühlen, und wenn sie zu kühl sind, dann können sie nicht mehr fliegen. 

In diesem Video vom Bienenstock seht Ihr, wie bei herannahendem Regen ein reger Rückreiseverkehr einsetzt. Ganz viele Bienen kommen zurück in den Stock, aber nur wenige fliegen weg.

Bienenbeuten im Schnee

Haben Bienen Pelzmäntel?
Was sind Winterbienen?

Bienen erleben die Jahreszeiten anders als wir. Ihr Jahr fängt früher an und ist früher vorbei. Während wir noch Ende August und bis in den September hinein den Spätsommer genießen, haben sich die Völker längst auf den Winter vorbereitet. Dazu gehört vor allem das Ausbrüten der Winterbienen. Nein, die kommen nicht mit einem extra dicken Pelz auf die Welt und tragen auch keine Mäntel. Winterbienen sind die Langstreckenläufer im Jahreslauf: Während Sommerbienen nur 3 bis 5 Wochen leben, müssen die Winterbienen von August/September bis ins Frühjahr aushalten. Erst wenn im Frühling der Brutbetrieb im Volk wieder so richtig angelaufen ist, übernehmen die neuen Kolleginnen.

Damit keine Mäuse als ungebetene Untermieter in die trockenen, von den Bienen beheizten und so verlockend duftenden Bienenhäuser einziehen, werden Mäusegitter eingesetzt. Das sind Drahtgitter, durch die die Bienchen leicht hindurchkommen, Mäuse aber nicht.

Imkerei HannoverBienen
Heidrun Bethge & Matthias Winter

Übrigens: Von jedem verkauften Honigglas spenden wir 5 ct an das Netzwerk Blühende Landschaft

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